Rheuma - Innere Medizin - Schmerz
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Nehmen Sie Ihre Erkrankung an

Es ist nur ein Satz, aber kann ihr Leben ändern, wenn Sie es noch nicht getan haben: „Akzeptieren Sie Ihre Erkrankung“. So lange sie ausschließlich nach einer Heilung suchen, lassen Sie es nicht zu. Beginnen Sie mit der Erkrankung zu leben, werden Sie wie von Zauberhand geführt Lösungen für viele Ihrer Probleme mit der Erkrankung finden. Mit der Unterstützung Ihres Rheumatologen, seinem Netzwerk von ausgesuchten Ärzten und Therapeuten und mit der Hilfe Ihrer Freunde und Familienmitglieder wird Ihnen das besonders gut gelingen. Sie glauben gar nicht was alles möglich wird!

Mit Rheuma leben

Rheuma wirkt sich auf verschiedene Ebenen Ihres Lebens aus. Bitte klicken Sie auf den jeweiligen Bereich, um Details zu lesen!

Mit Gabel und Messer gegen Rheuma?

Rheumatische Erkrankungen werden nur in Ausnahmefällen, wie Gicht, direkt durch die Ernährung ausgelöst. Die Wahl der Lebensmittel kann jedoch Ihre Rheumabeschwerden zum Schlechteren, aber auch zum Besseren wenden. Entscheidend für Ihre Beschwerden ist das Ausmaß der rheumatischen Entzündung. Diese hängt vom Verhältnis entzündungshemmender zu entzündungsfördernder Substanzen in Ihrem Körper ab. Und dieses Verhältnis lässt sich durch die richtige Essensauswahl zu Ihrem Vorteil in Richtung Entzündungshemmung verschieben. So gelingt Ihnen das am besten:

  • Essen Sie Fisch, 2-3-mal pro Woche, bevorzugt aus kalten Meeresregionen, wie Lachs, Makrelen, Heringe, aber auch Thunfisch. Das sorgt für vermehrte Aufnahme der hochwertigen Omega-3 Fettsäuren. Diese wandelt unser Körper in die entzündungshemmenden Stoffe Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHE) um.
  • Wer mit Fisch keine große Freude hat, kann auf Nüsse, im Besonderen Walnüsse und Erdnüsse ausweichen, oder vermehrt Pflanzenöle wie Walnuss-, Raps- und Leinöl zum Zubereitung des Essens verwenden.
  • Wer gleichzeitig auch seinen Fleisch– und Wurstkonsum auf zweimal pro Woche (nicht mehr als 140 Gramm/Woche) reduziert, gewinnt doppelt. Die vor allem im roten Fleisch reichlich vorhandene und stark entzündungsfördernde Arachidonsäure gelangt vermindert in unseren Körper. So wird das Verhältnis der Entzündungsbotenstoffe in unserem Körper noch mehr in Richtung Entzündungshemmung verschoben. Die rheumatische Entzündung lässt weiter nach. Das tut gut.
  • Aber auch auf die Knochen soll nicht vergessen werden. Milch und Milchprodukte liefern das für die Festigkeit der Knochen so wichtige Calcium und Vitamin D. Letzteres stärkt übrigens auch unsere Muskulatur.

Bewegung oder Ruhe?

Wenn Gelenke oder Wirbelsäule schmerzen und diese sich während des Tages auch noch verstärken, dann fragt man sich: Muss ich mich mehr bewegen oder sollte ich mich nicht viel mehr ausruhen?

  • Neu aufgetretene oder kurzfristig zugenommene Rheumaschmerzen lassen sich tatsächlich am besten mit Ruhe lindern und so rascher zum Abklingen bringen. Verminderte Bewegungsreize wirken beruhigend auf das erkrankte und schmerzhafte Gewebe und durch eine allgemeine Reduktion der Tagesaktivitäten wird obendrein der gesamte Organismus entlastet.
  • Diese Ruhephase kann über mehrere, meist 2-4 Tage erfolgen. Spätestens danach sollte man mit leichten Bewegungsübungen beginnen. Diese verbessern die Durchblutung der erkrankten Region und die körpereigene Reparatur und die Selbstheilungskräfte werden aktiviert und optimal genützt. Daher absolvieren Spitzensportler ganz bewusst bereits einige Tage nach einer Verletzung ein sogenanntes regeneratives Training.
  • Nach einer Woche ist es gut die Tagesaktivitäten wieder an das gewohnte Niveau heranzuführen bzw. bewusst Zeiten für Bewegung (z.B. Spazierengehen) und gezielte heilgymnastische Übungen (Physiotherapie) einzuplanen. Einem drohenden Muskelabbau wird so optimal vorgebeugt.

Rheuma und Reisen, geht das?

Aus den Alltag ausbrechen, neue Eindrücke gewinnen, Menschen kennenlernen, all das steigert das Wohlbefinden und macht Reisende glücklicher. Das gilt auch für Menschen mit chronischen Erkrankungen, besonders dann, wenn der Urlaub gut geplant und vorbereitet wurde.

  • Reiseziel: Bevorzugen Sie Regionen mit stabiler Wetterlage, sonnigem Klima mit schattenspendendem Umfeld und reiner Luft, wie das Mittelmeerküstengebiet (nicht im Hochsommer), das Mittelgebirge (400-700m ü. M.) oder Hochgebirge (1200 bis 2000m ü. M.) im Sommer. An SLE Erkrankte sollen zu viele direkte Sonnenbestrahlungen meiden. Menschen mit Psoriasisarthritis profitieren besonders von Aufenthalten am Meer.
  • Reisemittel: brauche ich Beinfreiheit (Bahn), Aufstehen und Durchbewegen (Bahn, Flugzeug), jederzeit Reisepausen (eigenes Auto)?
  • Rheumamedikamente: gehören ins Handgepäck und Injektionsspritzen in eine Kühltasche. Möglicherweise müssen Sie diese beim Flugbegleiter abgeben. Ihr Rheumatologe gibt Ihnen eine medizinische Begründung (in deutscher und englischer Sprache) für das Mitführen der Injektionsspritzen.
  • Reiseapotheke: in die gehören Desinfektionsmittel, Heilsalbe, Medikamente bei Durchfall und Erbrechen, Kopfschmerztabletten, Salben gegen Insektenstiche und ein Breitbandantibiotikum.
  • Zeitverschiebung: versuchen Sie den Zeitabstand zwischen den Medikamenteneinnahmen so gut wie möglich beizubehalten oder einmalig auszudehnen. Nur bei zweimal täglich Einnahme von Schmerzmittel empfehle ich das 12-stündige Intervall einmalig zu verkürzen und dann angepasst an die neue Ortszeit einzunehmen. Kortison sollte stets morgens eingenommen werden.
  • Verschlechterung: Besprechen Sie vor Abreise wie Sie während des Urlaubes am besten mit einer unerwarteten Verschlechterung der rheumatischen Erkrankung umgehen. Eine Kortisonstoßtherapie kann helfen und die richtige Dosierung legen Sie vor Abreise mit Ihrem Rheumatologen fest.
  • Impfungen: Die meisten Reiseimpfungen sind Totimpfstoffe und stellen kein Problem dar. Der Zeitpunkt der Impfung sollte mit dem betreuenden Rheumatologen abgestimmt werden. Unbedingt ärztliche Rücksprache ist bei Lebendimpfstoffen zu halten.
  • Denken Sie bitte auch über eine Reisekrankenversicherung, Reiseabbruch- und Reiserücktrittsversicherung nach.

Schmerzen und dennoch sexuell aktiv sein?

Rheuma trifft auch das Sexualleben. Etwa die Hälfte der an Rheumatoider Arthritis leidenden Patienten geben in Befragungen an, dass Ihre Erkrankung ihr Intimleben beeinflusst. Sexualität ist für viele ein wichtiger Bestandteil der Lebensqualität. Darum sei hier gleich eines vorweg gesagt: Haben Sie keine Sorge, Sexualität verschlimmert keinesfalls die Erkrankung. Im Gegenteil beim Sex werden Glückshormone, sogenannte Endorphine, ausgeschüttet. Diese haben eine schmerzlindernde Wirkung und positive Auswirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem. Außerdem ist Sex ein gutes „Training“ für Ihre Muskeln im Körper.

Damit es für Sie beide gut klappen kann, ist eines besonders wichtig, dass Sie als Paar offen miteinander darüber reden und einander zuhören. Gefühle der Zurückweisung und unausgesprochener Druck können so vermieden werden. Vielleicht möchten Sie hierbei die folgenden Punkte ansprechen:

  • Welche Tageszeit ist günstig? Als Rheuma-Experte weiß ich, dass viele meiner Patienten die Nachmittagszeit bevorzugen. Oft ist hier der Partner nicht verfügbar. Aber weiß der Partner darum, werden Sie gemeinsam Möglichkeiten finden.
  • Erinnern Sie sich, dass man sich auf verschiedene schöne Arten zur Liebe bereitmachen kann. Ein warmes Bad entspannt und zärtliche Massagen bauen nicht nur Gelenkssteifigkeit und Muskelverspannungen ab, sondern erhöhen auch die Vorfreude.
  • Vereinbaren Sie ein Signal als Schmerzhinweis. Bitte keinen Schmerzschrei, das tötet die Stimmung. Ein bestimmter leiser Laut oder ein Antippen bedeutet: halt, das tut weh. Sie stoppen gemeinsam die schmerzhafte Aktion und fahren ansonsten mit dem lust- und liebevollen Miteinander fort.
  • Die Wahl der Stellung: Probieren Sie verschiedene Stellungen aus und sammeln sie ganz ohne Erfolgszwang Erfahrungen.
  • Es muss nicht sein. Viele Paare sind auch ohne regelmäßige Aktivität glücklich. Zärtlichkeit und gegenseitige Aufmerksamkeit sind allerdings wichtig für ein erfülltes Zusammenleben.

Ihr persönliches Ärzte- und Therapeutennetzwerk

Schmerzen und gefährliche Schübe der Erkrankung, weil für Gelenke und Organe des Körpers zerstörerisch, müssen immer wieder mit geeigneten Therapien gestoppt werden. Sie brauchen daher nicht irgendeine, sondern die bestmögliche Unterstützung.

Als zentraler Ansprechpartner in diesem Netzwerk eignet sich am besten Ihr Rheumatologe. Dieser soll aber nicht nur sein Fachgebiet beherrschen, sondern sich gerne Zeit für Sie nehmen. Können Sie auch bei dringenden Bedarf kurzfristig einen Termin bekommen? Können Sie für Sie wichtige Themen gut mit ihm besprechen? Bemüht er sich Ihnen in verständlicher Sprache zu antworten? Stellen Sie hier Ansprüche und geben Sie sich mit weniger nicht zufrieden.

Ein Netzwerk aus ausgesuchten Experten und Spezialisten ist viel wert. Rheuma und Schmerzpatienten profitieren besonders von einem Netzwerk mit operativ hervorragenden Orthopäden, Neurologen, Neurochirurgen und Wirbelsäulenorthopäden, Kardiologen, Angiologen, Pulmologen, Chirurgen und Urologen, sowie Augen- und Hautärzten.

Wichtig sind erfahrene und einfühlsame Therapeuten aus dem Bereich der Heilgymnastik (Physiotherapie), Behandlung der Hand (Ergotherapie) sowie Massage. Personal Fitnesstrainer und auch psychologische Schmerztherapeuten können wichtige Unterstützungen bieten. Ebenso wertvoll sind Anbieter von ganzheitlichen Behandlungen wie Osteopathie und der Traditionell Chinesischen Medizin (TCM,) wie Akupunktur und Tuina Massage.

Nachhaltige Rheumatherapie

Eine nachhaltige Therapie ist der alles entscheidende Punkt für Rheumatiker. Warum? Rheumatische Erkrankungen sind anders als alle anderen Erkrankungen. Denn jede Rheumatherapie muss immer zwei Ziele verfolgen.

Z I E L  1

Behandlung von Schmerzen und anderen akuten Beschwerden

Rasche Hilfe ist hier wichtig.

Für die Behandlung von Schmerzen und anderen akuten Beschwerden stehen eine Reihe von Möglichkeiten zur Verfügung, aus denen wir für Sie optimale Therapie zusammenstellen.

Diese Maßnahmen können helfen:

Medikamente

Rasch und kraftvoll Schmerzen lindern, dazu sind Medikamente bestens geeignet.

Behandlungen

Ausgewählte Behandlungstechniken (z.B. Therapiehandbäder, Wärmepackungen, Elektrotherapie), Akupunktur und Massagetechniken entlang bedeutsamer Gewebestrukturen bringen oft ersehnte Erleichterungen.

Bewegung

Gezielte Bewegungsübungen (Heilgymnastik, Ergotherapie) unter kompetenter Anleitung beschleunigen die Genesung und beugen zukünftigen Beschwerden vor.

Ernährung

Der Einfluss der Ernährung auf die Entzündung kann und soll genützt werden.

Z I E L  2

Nachhaltiger Krankheitsstillstand

Ohne dieses Ziel geht es nicht.

Auch wenn Schmerzen und Beschwerden abgeklungen sind, kann die rheumatische Entzündung unter der Oberfläche weiterlaufen und schließlich Zerstörungen an Gelenken und Organen anrichten. Ein nachhaltiger Krankheitsstillstandes verhindert das und sorgt vor, dass Sie auch in 10 und 20 Jahren unbehindert und mit Freude Ihr Leben gestalten können.

Hierzu benötigt man oft Medikamente, die unser Abwehrsystem nicht schwächen, aber so anpassen, dass der Körper ablässt von der zerstörerischen rheumatischen Entzündung. In regelmäßigen Kontrollen sichert Ihr Rheumatologe das Erreichen und Halten des Krankheitsstillstandes für Sie.  Damit es Ihnen heute und in der Zukunft gut geht.

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